Lackschichtenmessung: Messung der Lackschichtendicke an Fahrzeugen


Eine Lackschichtenmessung ist ein wichtiger Bestandteil einer Fahrzeugbegutachtung. Da die Vorschäden, die ordnungsgemäß repariert worden sind, mit bloßem Auge so gut wie nicht erkennbar sind, in so einem Fall ist eine Lackschichtdickmessung unabdingbar. Manche Vorschäden sind dem Geschädigten gar nicht bewusst, da er sein Auto angeblich unfallfrei gekauft hat. Hier werden die Erfahrung und die Professionalität eines Kfz-Gutachters gefragt.

Es gibt mehrere Methoden um einen Vorschaden feststellen zu können. Bewährt hat sich aber am besten die Lackschichtenmessung.

Was ist eigentlich eine Lackschichtenmessung?

Es ist ein Verfahren bei dem gemessen wird, wie dick der Lack auf die Metalloberfläche aufgetragen wurde. Sprich: wie viel Lack ist auf dem Bauteil aufgetragen.

Mit Hilfe des Magnet-Induktionsfeldes wird der Abstand von der Oberfläche bis zum Metall gemessen. Ist dieser Abstand größer, als es vorgeschrieben ist, wurde das Teil höchstwahrscheinlich repariert. Man spricht in diesem Fall von einem repariertem Vorschaden. Es könnte sein, dass das Bauteil von einem Karosseriebauer ausgebeult, gespachtelt und anschließen von einem Lackierer lackiert wurde.

Je größer ist der Messwert, desto dicker wurde die Spachtelmasse auf die Bauteiloberfläche aufgetragen. Normalerweise ist es gar nicht so schlimm, wenn ein Bauteil gespachtelt war. Problematisch wird es dann, wenn die Schicht der Spachtelmasse zu dick aufgetragen wurde. Dann besteht die Gefahr, dass in der Spachtelmasse sämtliche Risse entstehen können und die Spachtelmasse von der Oberfläche einfach abfallen wird.

In der Regel wird der Lack beim Lackieren im Werk gleichmäßig auf die Karosserie sowie auf die Plastikteile aufgetragen. Diese Schicht beträgt normalerweise 80 bis 160 μm und ist von Fahrzeughersteller zu Fahrzeughersteller unterschiedlich. Dies liegt der Kosteneffizienz zugrunde, da dickere Lackschichten, also mehr Lack, beim Lackieren höhere Produktionskosten verursachen und manche Hersteller durch geringeren Auftrag ihre Produktionskosten senken. Bei den massenhaften Serienproduktionen macht das eine große Summe aus.

Aber wenn das Teil nicht gespachtelt, sondern nur überlackiert wurde, kann man das erkennen?

Ja, das lasst sich auch mit einem Schichtdicken-Messgerät erkennen. Nicht alle Bauteile die lackiert wurden, sind ebenso gespachtelt. Zum Beispiel: Tiefe Kratzer müssen nicht unbedingt gespachtelt, sondern nur grundiert und anschließend lackiert werden. Da in diesem Fall das Bauteil von einem Lackierer, also von einem Menschen und nicht von einem Roboter wie beim Werk bearbeitet wird, wird die Lackdicke an manchen Stellen ungleichmäßig aufgetragen und dadurch kann man solche Unebenheiten mit diesem Gerät erkennen.

Man braucht keine besondere Lackiererkenntnisse, um so ein Gerät bedienen zu können. Daher können Sie auch z.B. bei einem Autokauf das Lackschichten-Messgerät verwenden und eine reparierte Stelle am Fahrzeug finden, die vom Verkäufer aber nicht erwähnt wurde.