Vorschäden und Altschäden


Da ein Fahrzeug im Laufe der Jahre mehrere Verkehrsunfälle haben könnte, ist es bei einer Fahrzeugbesichtigung sinnvoll, den Kunden nach Vorschäden bzw. Altschäden zu fragen.

Die Vorschäden haben einen großen Einfluss auf den Wiederbeschaffungswert, die merkantile Wertminderung und den Restwert eines Unfallfahrzeuges.

Wenn der Geschädigte sämtliche Informationen über Vorschäden an seinem Fahrzeug verschwiegen hat, kann es dazu führen, dass das erstellte Kfz-Gutachten fehlerhaft und dadurch unbrauchbar werden kann, was selbstverständlich zu Komplikation bei der Schadensregulierung führt.

Da die Versicherer gegebenenfalls untereinander Informationen austauschen, ist es ratsam, den Kfz-Gutachter über die Vorschäden zu informieren. Wenn ein Auto schon mal in einen Unfall verwickelt und der Schaden danach fachgerecht in einer Werkstatt repariert wurde, kann dies mit der Reparaturrechnung nachgewiesen werden. Dies kann die zukünftige Schadensregulierung enorm erleichtern.

Wie auf dem Bild zu sehen ist, gibt es auch Fälle, bei denen die Vorschäden noch nicht repariert worden sind und das Fahrzeug schon wieder einen Unfall hatte. In diesem Beispiel ist der neue Schaden unglücklicherweise in der Nähe des Vorschadens. In solchen Fällen muss der Gutachter Altschaden und Neuschaden sorgfältig mit aussagekräftigem Bildmaterial dokumentieren und in seinem Gutachten erklären.

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich schon während der Besichtigung nach dem genauen Ablauf und dem Ausmaß des Vorschadens zu erkundigen, um dem Altschadenbereich genau abgrenzen zu können.

Auf dem Bild ist gut zu erkennen, dass der neue Schaden (gelb markiert) zum Teil in den Altschaden (rot markiert) hineinläuft und der Schadensbereich auch mehrere Roststellen hat.

Bei der Schadenskalkulation ist es in so einem Fall oft schwierig zu sagen, wo der alte Schaden aufhört und der neue Schaden anfängt. In diesem Unfallbeispiel war es genau in der Mitte, wo die schwarze Zierleiste verbaut ist.

Von einem Gutachter wird erwartet, dass er betroffene Bauelemente auf Vorschäden überprüft und diese gegebenenfalls bei der Kalkulation berücksichtigt. Das vermeidet Missverständnisse und Auseinandersetzungen mit der gegnerischen Versicherung.

Deswegen ist es eine wichtige Aufgabe eines Gutachters, den Schadensbereich genau zu definieren und diesen bei seiner Schadenskalkulation zu berücksichtigen. Das erspart weitere eventuelle Komplikationen mit der gegnerischen Versicherung.